Engelberg, Winterlager 2015, 11.02.2015

Engelberg, Winterlager 2015

Dienstag, 3.2.15
Also… jetzt lieg ich bereits wie die anderen Kids in meinem Bett in der Jugendherberge. Ich kann einfach noch nicht einschlafen…

Da sind einfach noch zu viele Erlebnisse oder soll ich sagen; Stationen von Erlebnissen. Das passt doch eher zum Skilager hier in Engelberg.

Also Station eins: Ich konnte beinahe nicht schlafen, weil ich nicht vergessen durfte, dass mein neues Plüschtier Rudolf unbedingt mit ins Lager musste.

Station zwei: Am morgen dachte ich es sei zu früh, aber alle sagten mir es sei überhaupt nicht zu früh. Schnell wurde noch eingepackt, eigentlich hatten alle am Vortag damit begonnen. Nachdem der riesen Reisecar da war, wurde wieder fertig gepackt. Es wurde gezählt, es stimmte und passte und schon waren wir unterwegs mit dem riesen Reisecar. Es lag immer mehr Schnee neben der Strasse, dann strahlte die Sonne, wir strahlten zurück auch ich und mein Plüschtier Rudolf.

Station drei: Fleissige Hände hatten in der Jugi schon vieles vorbereitet, auch mein Bett. Dort sollte Rudolf auf mich warten, denn es ging mit den Bussen gleich zur Gondelbahnstation. Dann ging es hoch, der Nebel war auch schon da. Er wechselte sich dann immer wieder mit der Sonne ab. Es kamen immer mehr bekannte Gesichter hier oben beim Yeti-Park an.

Station vier: Wir assen fleissig unsere Sandwiches, Schoggistängeli, Pommes mit Ketchup, tranken heissi Schoggi, Rivella. Da waren auch noch Äpfel und Orangen… die mussten wir auch essen. Es hatte ein riesen Fliessband, das trug uns rauf auf einen Hügel. Es ging mit rasanter Fahrt runter zum Yeti-Beizli. Manchmal blieb das riesen Fliessband plötzlich stehen, dann kam einer mit roter Jacke und schwarzer Hose. Der wusste immer genau was zu tun war um das riesen Fliessband wieder in Gang zu bringen. Der Nachmittag verging schneller als ich Schlitteln und Skifahren konnten. In der Jugi kochen sie mega gut und mega viel. Wir durften auch da Schlange stehen wie beim riesen Fliessband. Jetzt sind wir aber viel zu müde ich und mein Plüschtier.

Mittwoch, 4.2.15
Schon wieder liege ich nach einer angenehmen warmen Dusche in meinem Jugibett… Aber ich muss doch noch meinem Rudolf Station für Station von heute erzählen.

Station eins: Als ich am morgen erwachte, hatte ich den Kopf voller Träume. Träume voll Schnee, Schnee im Gesicht, in den Schuhen, in den Handschuhen, Schnee im Pullover und im Nacken. Träume von tausend Mal hinfallen und tausend Mal aufstehen, mit viel Lachen und ein wenig weinen.

Station zwei: Nach dem Frühstück mit Haufen von Zwieback, durften wir wie jeden Morgen im Lager an der Sitzung der Erwachsenen dabei sein. Wichtige Sachen wurden besprochen wir durften mithören und auch mal was sagen. Danach ging es mit den Skikleidern in den Bus.

Station drei: Nach dem Tickets verteilen, irgendwie verknoten und irgendwo an der Jacke festmachen, danach mit der Gondel rauf zum Yeti-Park, bemerkte ich, dass gar nicht alle da waren. Einige, vor allem kleinere, waren unten beim Globi-Park geblieben und trafen sogar den Globi. Der sprach zwar kein Wort aber er nickte und Winkte so schön. Andere gingen mit einer Gondel ganz hoch rauf, Titlis hiess der Berg. Von dort kamen dann die Grösseren mit den Snowboards runter. Immer mal wieder gab es ein wenig Sonne.

Station vier: In der Chämihütte knisterte es behaglich in einem Kachelofen. Hier schmeckte der Lunch immer etwas feiner als draussen. Einige waren immer damit beschäftigt „Türe zu“ zu rufen.

Station fünf: Draussen auf der Piste wurde geübt. Mit kurzen Unterbrüchen zeigten wir Kids alle unseren enormen Willen immer weiter und weiter zu üben mit den Skis, mit den Snowboards. Mit Ausdauer und Stehvermögen trotzten wir, wie auch die Schlittelfahrer, der kalten Witterung.

Station sechs: Die Zeit verging mega schnell und irgendjemand von den Grossen sagte jetzt sei die Hälfte des Lagers schon vorbei. Aber davon wollte ich nichts wissen. Jetzt merke ich mein Plüschtier schläft bereits. Psst… bis morgen…

…Also am Abend können wir überall an den verschiedensten Tischen im Jugiesssaal Spiele machen mit den Erwachsenen. Einige sind so müde, dass sie nicht mehr spielen können aber so wach, dass sie nicht rauf in die Zimmer wollen zum Schlafen gehen.

Donnerstag, 5.2.15
Ich bin unterwegs ins Dorf. Ich darf im dunkeln mit den Grossen mitlaufen – es ist der bunte Abend. Mein Plüschtier ist dabei. Aber ich will ja vom Tag erzählen. Aber in Kürze damit ich beim Laufen mithalten kann.

Station eins: Die Grossen sagen es wäre noch kälter geworden. Ich glaube es ihnen. Beim Warten auf die Busse setzte sich unser ungebrochener Spieldrang durch. Wir spielten Eishockey ohne Stöcke, ohne Schlittschuhe und Puck. Also es nennet sich Eisfussball. Mit einem kleinen Eisklotz stürmten oder rutschten wir auf das gegnerische Tor zu. Der Match war heiss umkämpft und musste mittendrin unterbrochen werden.

Station zwei: Mit der Gondel fuhren wir aus dem Nebel in den höher gelegenen Nebel. Ich spürte auch, dass es kälter geworden war.

Station drei: Trotzdem wurde wacker geschlittelt. Plötzlich tauchten aus dem Nebel Snowboards und Skis auf. Den jungen Skifahrern wurde immer wieder aus tiefer Kehle „bravo“ zugerufen. Die Fortschritte wurden von den Erwachsenen bemerkt und bejubelt.

Station vier: Ein netter Junge rief einer Gruppe zu: „es dörfe alli mitcho… egal wer…“ dann zu einem beistehendem Erwachsenen, „au sie…“

Station fünf: Unten am Ende des Yeti-Parks spitzte sich die Lage plötzlich zu. Aus ein, zwei flüchtig hingeworfenen Schneebällen entwickelte sich unter den Grösseren und Erwachsenen zwei Parteien. Die Stellungen wurden bezogen. Es wurde heftiger geworfen und gekämpft und weitete sich dann zu einem regelrechten Bandenzwist im Yeti-Park aus. Ein Jeder und eine Jede bekam ihren Anteil an geworfenem, gestopften, gedrückten Schnee.

Station sechs: Aber jetzt geht’s zum bunten Abend. In der Aula sind alle Tische schon bedeckt und geschmückt. Auf der Bühne dürfen wir uns unter Anleitung Erwachsener noch einmal so richtig austoben denn wir haben immer noch Kraft in den Beinen. Zwischendurch müssen die Erwachsenen mit lauter Stimme Anleitungen weiter geben. Aber wir wissen ja schon alles – es gibt mega feines Essen und ein feines Dessert. Dessert holen wir sogar zwei Mal.

Freitag, 6.2.15
Nun – ich bin in meinem Bett zurück im Kinderheim. Heute war vieles etwas anders als die anderen Tage.

Station eins: Die Grossen waren etwas unruhiger und aufgeregter – wir auch. Es war Abreisetag. Ich suchte immer wieder den selben Socken, dafür fanden die Erwachsenen meine Mütze.

Station zwei: Die Grossen sagen während dem Morgenessen, es werde heute schöner. Ich fand den Nebel heute nicht schöner…

Station zwei: Oben im Yeti-Park angekommen vertrugen einige die gleichen Scherze mit oder ohne Schnee nicht mehr ganz so gelassen.

Station drei: Jetzt trieben die Anstrengungen Blüte. Einige der Snowboard- und Skikids zeigten jetzt Kunstfertigkeiten auf dem Schnee, die sie in diesen Tagen erworben hatten. Nach dem Mittagslunch und Pommes essen ging es schon zur letzten Gondelfahrt dieses Lagers ins Tal.

Station vier: Wir machten eine neue Erfahrung: Wir verloren uns zwischen durch aus den Augen in der Menschenmenge. Jetzt brauchte es sogar nicht einmal mehr Scherze, um einigen Kids die Stimmung zu betrüben.

Station fünf: Plötzlich musste ich mich beeilen, weil der riesen Reisecar bereits da stand. Eine der Erwachsenen sagte immer wieder in diesem Lager das Wort „Stoicken“ welches ich nicht verstand. Dieses benutzte sie zum letzten Mal als alle vor dem Eingang des riesen Reisecars standen und sich hinein zwängten.

Ich hätte dir Rudolf noch viel zu erzählen von diesem Skilager. Es wird mir sicher das eine oder das andere vor dem Schlafengehen in den Sinn kommen. Gute Nacht…

Andreas Gömöri, Wohngruppe Saturn

 

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