Pluto Herbstlager, 28.9.2019

Pluto Herbstlager, 28.9.2019

Am Samstag hatten wir eine ruhige Fahrt und kamen sehr gut durch den Verkehr ins Berner Oberland. Als wir das Lagerhaus erreichten, klärten wir sogleich die dringensten Notwendigkeiten ab und gingen danach mit einigen Kindern die benötigten Lebensmittel einkaufen. Die Anderen nahmen währenddessen das Lagerhaus entgegen, räumten ihre Sachen ein und erkundeten dann ein erstes Mal das Dorf mit den Kleinen, die noch nie dabei gewesen waren. Diese staunten nicht schlecht über den dunkelgrünen See und die vielen Enten und Schwäne darauf. Dazu hatten wir noch Glück mit dem Wetter und so machte Iseltwald einen sehr hübschen ersten Eindruck. Später trafen wir uns alle wieder im Lagerhaus und verbrachten einen gemütlichen ersten Abend zusammen.

Der Sonntag zeigte sich dann von seiner besten Seite mit blauem Himmel soweit das Auge reicht. Sofort regte sich in uns der Wunsch, in die Höhe zu fahren, um das Prachtswetter und die Aussicht zu geniessen. Also schmiedeten wir den Plan, bei Grindelwald auf den Spielplatz Bort hochzugondeln, dort zu Picknicken, spielen und dann wieder nach Grindelwald runterzuwandern. Es kam jedoch alles ganz anders. Wir schlängelten mit unseren Bussen bei unglaublich klarem Wetter das wunderbare Lauterbrunnental hoch. Die Berge ragten wie mittlerweile vertraute Freunde neben uns in die Höhe, manche Kinder erkannten sie wieder, freuten sich und zeigten auf die verschneiten Gipfel. Ab der Abzweigung nach Grindelwald bemerkten wir zunehmends, wieviele andere Fahrzeuge ebenfalls die Absicht hatten dort hochzufahren. Bei Grindelwald reihte sich schliesslich eine Autokolonne an die andere und es waren weder Parkplätze in Sicht, noch gab es Chance, im Dorf überhaupt aussteigen zu können. Also redeten wir mit den Kindern über die vielen Touristen, die hier im Berneroberland langsam auch wie Vertraute wirkten und erklärten ihnen, wieso so viele hierherkommen wollen. Als spontane Alternative zum geplanten Ausflug überlegten wir uns kurz mit der Zahnradbahn auf die kleine Scheidegg hochzufahren. Dies scheiterte jedoch an den horrenden Preisen hier in der Region. Über dreihundert Franken hätte die lediglich dreissigminütige Fahrt für uns alle gekostet und das konnten wir uns beim besten Willen nicht leisten.

An diesem Punkt brachen wir unseren Ausflug in die Höhe ab und fuhren stattdessen Richtung Thun, wo wir unterwegs eine superfeine Pizza assen und schliesslich Halt beim Spielplatz Gwatt machten. Dort angekommen genossen wir den wunderbaren Thunersee, der uns im immernoch warmen Wasser dazu einlud, nach schönen Steinen am Seeufer zu suchen. Den Kindern war keine Spur von Trübsaal über den nicht aufgegangenen Plan für den Tag anzumerken. Es war auch so alles Bestens, vorallem bei diesem schönen Wetter. Die angenehmen Temperaturen hielten an und so blieben am späteren Abend auch unsere Teenies lange wach. Sie diskutieren draussen auf der Veranda und hatten es lustig.

Die Woche startete mit einem lauten; Tüü-Taa-Too, heute fahren wir mit dem Postauto! Unsere Fahrt führte uns nach Interlaken, wo wir mit dem Schiff zur langen Überfahrt über den windigen, aufgewühlten See nach Thun ansetzten. Die kleinen staunten über alles. Viele Leute sprachen uns an und wollten wissen, wer wir sind und woher wir kommen. Es fanden einige gute Gespräche mit ihnen statt. Viele waren beindruckt von unseren Kindern und unserer Arbeit und gewannen neue Eindrücke davon, was es bedeutet, wenn eine Gruppe eines Kinderheims unterwegs ist.

In Thun traffen wir plötzlich auf einen alten Bekannten. Unseren Überraschungsgast! Es herrschte viel Freude bei den Kindern. Am Abend gab es ein spätes Znacht. Wir hatten es lustig beieinander und genossen es nach diesem ereignissreichen Tag, wieder im Lagerhaus zu sein.

Am Dienstag wechselte das Team, deshalb machten wir morgens keine grösseren Sprünge und starteten mit einem späten Zmorge ruhig in den Tag. Danach bereiteten wir schon einmal das Mittagessen vor, damit am Mittag, wenn die neuen vom Team kamen, alles schnell gehen konnte. Anschliessend spazierte die ganze Gruppe zum Spielplatz auf dem Dorfplatz in Iseltwald, den wir sofort belagerten und samt dem Dorf in Beschlag nahmen, welches sich ja schon lange an uns gewöhnt hatte, da wir auf jeden Fall langsam zum Dorfbild gehören. Auf den Tischen des Dorfplatzes schrieben wir auch unsere Postkarten an Eltern, Angehörige, Beistände und die KollegInnen vom Kinderheim. Anschliessend teilte sich unsere Gruppe auf. Für die Küche musste eingekauft werden, die Kleinen wollten spielen und eine andere Gruppe hatte Lust auf eine Wanderung. Die Wanderroute führte die kleine lauffreudige Gruppe über einen wilden zerklüfteten Pfad an riesigen Felsen vorbei in die Höhe. Von dort aus hatten sie einen traumhaften Blick über den See zurück auf unser Dorf. Nach dem Abstieg liefen sie schliesslich dem Sonnenuntergang entgegen und dem Ufer des Brienzersees entlang zurück zum Lagerhaus.

In der Nacht auf Mittwoch wechselte das Wetter und so hörten wir das Wasser pausenlos auf unser Dach prasseln. Also gingen wir den Tag ruhig an, blieben in unseren gemütlichen Kleidern im Lagerhaus, bastelten am grossen Tisch und assen am Mittag alle zusammen megafeine Spaghetti mit vielen leckeren Saucen. Am Nachmittag fuhren wir dann in das Funland, um einmal drinnen so richtig rumtoben zu können. Da es mit zunehmend älteren Kindern auch noch andere Bedürfnisse gibt, ging eine kleine Gruppe noch zum relaxen ins Solebad an den Thunersee. Wieder zurück im Lagerhaus gab es dann für die Grossen auch noch einen Filmabend, wodurch dank verschiedenster Aktivitäten alle den Regentag bestens überstanden.

Bei wieder prächtigem Wetter gingen wir am Donnerstag nach Interlaken zum Shopping. Die Kinder fanden alle etwas Schönes und hatten Freude unter den Leuten zu sein. Wir gönnten uns zum Mittag einen Pizza oder einen Kebab und genossen den gemütlichen Tag. Am Abend durften die Grossen erneut einen Kinoabend veranstalten, während die Kleinen vom anstrengenden Tag müde schon früh ins Bett gingen.

Dann brach auch schon der letzte Lagertag an. Alles Mitgebrachte wurde wieder eingepackt, alle Zimmer von den Kindern geputzt, die Küche blitz und blank poliert und schliesslich das Lagerhaus abgegeben. Die Heimreise im Nieselregen verlief ruhig. Wir hörten viel Musik und hielten unterwegs noch bei Mc Donalds. Alle kamen heil und gesund beim Kinderheim an und für die meisten ging es dann gleich weiter zu ihren Eltern.

 

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