Personalausflug oder über Elsa und die Alphörner, 28.09.2015

Personalausflug oder über Elsa und die Alphörner

Am Donnerstag den 10. als auch am Dienstag, den 22. September 2015 war es soweit: “Mitarbeiter-Ausflug” stand auf dem Dienstplan. Im Vorfeld gab es bereits enorme Anstrengungen um nur irgendwo, irgendwie von irgendwem herauszufinden wohin uns unsere Überraschungs-Reise würde hinbringen wollen. So hatten wir die einzige Anweisung, von Frau Gasser und Frau Meier, die diesen unvergesslichen Tag mit viel Leidenschaft vorbereitet hatten, “sportliche Kleidung” sei erwünscht.

Beinahe hätten heimliche Wetten darüber stattgefunden wie “sportlich” nun sportlich gemeint sei. Denn was Anziehen, wenn man denn nun wirklich nicht weiss wohin? Hier und da wurde von Hochseilgarten, Wildwassertouren oder ähnlichem gemunkelt. Lebhafte, gar freudige Vorstellungen über das Gelingen des Einzelnen und den dafür notwendigen gemeinsamen Anstrengungen in zu meisternden Situationen wurde imaginiert. Folglich war dies auch ein wunderbarer Anlass, bereits im Vorfeld miteinander ins Gespräch zu kommen. Kurzum es wurde viel gelacht. Aber es kam alles NOCH viel viel besser…..

Natürlich musste die erste Gruppe stillschweigen darüber bewahren, welch wunderbare Erlebnisse sie miteinander gemacht hatten. Und so viel sei verraten, es war nichts zu machen, der Schleier des Ungewissen wurde nicht für die zweite Gruppe gelüftet. Dass darf man wirklich Zuverlässlichkeit nennen.

Um 07.30 hiess es Abfahrt. Frau Meier begrüsste uns alle im Bus mit einem herzlichen Gruss zu einer “Fahrt-ins-Blaue” Also alle, die sich spätestens hier erhofften nun endlich von den Höllenqualen des Nicht-Wissens erlöst zu werden, mussten sich eine weitere Stunde gedulden. Aber Vorfreude ist bekanntlich die schönste Freude. Fühlte sich fast an, zumindest für mich, wie ein wenig warten auf das Christkind an Weihnachten. Erster Halt unserer spannenden Reise war: LUZERN. Dort nahmen wir nun alle im Kultur- und Kongresszentrum, unmittelbar am wunderschönen Vierwaldstätter See, ein Café gekrönt mit einem frisch duftenden Gipfeli. So darf der Morgen beginnen. Danach erwartete uns in spontan zusammengefunden Gruppen eine spannende Stadtführung. Wenn es nach der Meinung unserer Führerin ginge, brachte sie uns die “schönste Stadt der Schweiz” nahe. Wir erfuhren etwas über Fassaden, die Historie und Erstehung, Brände, Kirchen und einflussreiche Persönlichkeiten die bereits sehr früh den Charm dieser besonderen Stadt erkannten.

Mit diesen vielen wunderbaren Eindrücken im Gepäck hiess es nun wieder in den Bus einsteigen, alle anschnallen bitte, und die “Fahrt-ins-Blaue” nahm erneut Fahrt auf. Mit dem Ziel: Root. Root, noch nie gehört? Wir auch nicht, bis zum Ausflug. Root – St. Michaelskreuz liegt eingerahmt von vielen grünen Bergen und Obstbäumen-Haine, auf einer Kuppe mit einer bemerkenswerten Rundumsicht auf den Zugersee, sowie den Baldeggersee. Herrlich um die Seele baumeln zu lassen.

Dort angekommen, wurden wir bereits von dem herrlichen Duft einer Minestrone empfangen, musikalisch umrahmt von einem passionierten Alphornbläser. Spätestens jetzt hatte auch jeder verstanden: Wir sind auf einem Bauernhof gelandet.

Nach dem Mittagessen erwartete uns der Höhepunkt des Tages: eine Bauern-Olympiade. Wir wurden durch Zettelchen ziehen in Gruppen eingeteilt. Wir waren nun nicht mehr vereinzelte Mitarbeiter aus unterschiedlichen Arbeitsbereichen sondern durften uns nun als Grukenpflücker, Chörnlipicker, Rahm Toni usw. identifizieren. Die Möglichkeit, sich in völlig neuen Konstellationen und Herausforderungen, für die nächsten 2 Stunden, kennenzulernen.

Es gab unterschiedliche Stationen an denen Geschicklichkeit, Zeitgefühl und Teamgeist gefragt waren. Aus einzelne Balken entstand mit viel Grips eine Brücke um zur Kuh Elsa zu gelangen, die unbedingt gemolken werden musste um dann die Milch zu Rahm zu schlagen. Oder es wurden Prinzessinnen auf Sänften getragen, Holz geschnürt, Wäsche gewaschen und Holz gesägt. An anderen Stellen konnte man unbekannte eigenwillige Geräusche vernehmen, die sich später als Versuchsstation zum Alphornblasen herausstellte. Schnäpse wurden probiert und wer sich gerne körperlichen Balast von der Seele warf, konnte sich mit extra Punkten für impulsive Schreie im Steinweitwurf betätigen. Aber auch die Künstler unter uns kamen an einer Station nicht zu kurz. Wir durften uns künstlerisch an Holzkühen austoben. Die vielfältigen Ergebnisse werden bald im Kinderheim zu bestaunen sein.

Zum Abschluss wurden wir mit einem köstlichen Buffet, für unsere Strapazen, überrascht. Für jeden Geschmack gab es überreichliche und liebevoll zubereitete Gaumenfreuden: zahlreiche Salate, Melonen über Grillfleisch und Ofen-Kartoffel bis hin zu zartem Lachs.

Nachdem unser leibliches Wohl sich rundherum wohlfühlte, die Stimmung an den Tischen sehr ausgelassen war, wurden die Sieger des Wettbewerbs gekürt. Der Preis wurde zuvor streng geheim gehalten. Es stellte sich heraus, dass die Siegergruppe einen Rundflug über Brugg gewonnen hatte, welcher vom ehemaligen Stiftungsrat Alfred Klauser gesponsort wurde. Dementsprechend gross war die Freude bei allen. Zu guter letzt gab es ein verlockendes Dessert-Buffet.

Pünktlich um 19.00 brachen wir mit vielen neuen Eindrücken und Bekanntschaften Richtung Kinderheim auf. Wenn anfänglich im Bus noch hier und da Geräusche zu vernehmen waren wurde es immer ruhiger. Vielleicht träumte der Eine bereits von Kühen, Brücken und Konzertsälen. Oder der Andere wunderte sich über den Muskelkater im Bauch, der vielleicht durch die körperliche Ertüchtigung kam, oder durch das viele herzhafte fortwährende Lachen.

Ein wunderbarer besonderer Tag ging zu Ende. Und aller Dank geht an die, die ihn uns ermöglicht haben. Vielen Dank.

Nina Kofaika Rust, Aussenwohngruppe Orion

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