Ein Jubiläumsgeschenk, 19.08.2016

Ein Fest als Jubiläumsgeschenk

Die mutige Rosa Vögtlin, die vor 150 Jahren in Brugg ein Kinderheim mit sieben Plätzen eröffnete, hätte ihr Werk nicht wiedererkannt, wenn sie den 100 Kindern und ebenso vielen Mitarbeitenden am Freitag bei einem aussergewöhnlichen Kinderheimfest begegnet wäre. Der Anlass wurde im Rahmen des 150-Jahr-Jubiläums dieser Institution ausschliesslich für die Heimbewohner organisiert – und zwar von dritter Seite. Gastgeber waren der Lions Club Brugg und der Rotary Club Zurzach-Brugg. Deren Mitglieder boten den kleinen und grossen Gästen Speis und Trank, vergnügliche Spiele und Wettbewerbe.

Der Pausenplatz am Süssbach verwandelte sich in eine Festarena. Den Rand säumten Verpflegungsstände mit Gemüsedips, Grillwürsten, Pizzas, Kebab, Kuchen und Galcés. Darum riet Heimleiter Rolf von Moos den Kindern beim Festauftakt: “Geht es langsam an, es hat von allem genug”. Doch die 60-Liter-Marke beim Eisteeverbrauch wurde rasch erreicht. Das “Action”-Angebot gab Durst! Es lockten Attraktionen wie Bull Riding, Hüpfburg, Bobby-car-Rennen, Torwandschiessen, Büchsenwerfen, Flaschenfischen, Kuhmelken, Glücksrad, Englisch-Karussell. zum Abschluss wurde ein Ballonwettbewerb gestartet und eine kerzengeschmückte Jubiläumstorte aufgefahren.

Die Begeisterung der Kinder, das Leuchten in ihren Augen war der schönste Dank für die freiwilligen Helfer. Der Anlass gab Ihnen auch einen Einblick in eine Institution, die sich in den letzten Jahren enorm veränderte. heute verfügt das Kinderheim Brugg über fünf Wohngruppen für Kinder und Jugendliche, eine Notfallgruppe für Säuglinge bis 11-jährige, eine Tagessonderschule für verhaltensauffällige Erst- bis Neuntklässler, eine Aussenwohngruppe für Jugendliche und junge Erwachsene sowie ein betreutes Wohnangebot für junge Erwachsene in der Berufsausbildung.

Rund 100 junge Menschen finden an diesem Ort in familienähnlichen Strukturen Sicherheit und Geborgenheit. Die Organisatoren spürten in den wenigen Kontaktstunden, dass jedes Kind ein Schicksal mit sich trug. Am meisten berührte die Lions und Rotarier ein vor drei Wochen geborenes Mädchen, das zwei Tage vor dem Heimfest in der Notfallstation Aufnahme fand. Das war ein überzeugender Beweis für die Notwendigkeit dieser guten Brugger Institution.

Hans-Peter Widmer, Journalist BR, 5212 Hausen

 

 

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