Ein besonderer Anlass, 11.08.2016

Ein besonderer Anlass

Ein besonderer Ausflug stand heute auf dem Programm des Kinderheims Brugg. Niemand wusste so recht was alles geschehen wird.

Von drei Wohngruppen trafen um 12.15 Uhr 9 Kinder und 3 Betreuer ein, die sich für einen Rundflug über die Schweiz, dank einem freundlichen Sponsor des Kinderheims anmelden durften.

Nach Überprüfung der Teilnehmerliste, packten wir unser Mittagessen mit Getränken ein und bestiegen die Busse und fuhren in Richtung Zürich-Kloten, wo wir Dank einem fliessenden Verkehr (ohne Stau) etwas früher als geplant, um 13.00 Uhr bereits eintrafen. Wir hatten also genügend Zeit, den uns zugewiesenen Parkplatz auf dem Cat-Airservice Gelände aufzusuchen, wo wir dann die feinen Sandwiches und Getränke geniessen konnten und bevor wir uns um 14.20 Uhr beim General Aviation Center beim Verantwortlichen melden mussten.

Perry, ein englisch sprechender “Sir” begrüsste uns herzlich und informierte uns über den Ablauf des Flugnachmittags und erklärte uns auch viel interessantes über das Flugobjekt, das wir demnächst besteigen werden.

Als nächstes mussten wir unsere Namen auf einer Liste eintragen, um im Falle eines Zwischenfalles registriert zu sein. Sämtliche Teilnehmer hörten gespannt den Anweisungen unseres Einweisers zu und mussten danach durch eine Sicherheitskontrolle gehen, wo sämtliche Gegenstände fein säuberlich kontrolliert und registriert wurden.

In der Zwischenzeit hat sich die Bewölkung über dem Flughafen weiter gelockert und wir konnten uns gespannt auf eine gute Sicht freuen. Mit einem Bus des Cat Airservice und einem sehr freundlichen Chauffeur fuhren wir dann auf das Parkfeld der Privatflugzeuge, wo wir mit grossem Staunen die Dakota, eine DC-3 aus den vierziger Jahren, erblickten. In “Kriegsbemalung” erwartete uns die am letzten Weltkrieg teilgenommene Flugmaschine, wie wenn es erst gestern gewesen wäre. Auch der Einstieg war nicht anders als 1944, als noch Fallschirmjäger am D-Day (06.06.44) teilgenommen und über der Normandie aus dem Flugzeug sprangen, um den Aggressoren zu begegnen.

Mit diesen Geschichten und Erinnerungen in unseren Gedanken, aber auch der aktuellen Begebenheit, dass wir uns nun in einem über 80 Jahren alten Flugzeug befinden, das auch wirklich am Krieg teilgenommen hat und auch beschossen wurde (sichtbare Spuren wurden uns dann später von unserer Flugbegleiterin Linda, ausführlich präsentiert) und wir uns mit der Maschine auch noch in die Lüfte begeben wollen, war doch sehr Gedanken treibend und gleichzeitig faszinierend.

Also bestiegen wir die DC-3 interessiert und nahmen die Anweisungen unserer Hostess Linda entgegen. Grosses Staunen und Fragen war angesagt und wollte nicht enden. Nach geraumer Zeit waren die englischen Piloten im Cockpit bereit, die Propellermotoren zu starten, zwei waren es an der Zahl und es knallte und rauchte aus ihrer Ummantelung, als sie angelassen wurden. Alle waren gespannt, was nun passieren würde. Alle mussten sich nun anschnallen und im Sitz sitzen bleiben, bis sämtliche Startvorbereitungen, aber auch der Start selbst erfolgt war und wir mehr und mehr an Höhe gewannen.

Mit staunen schauten alle gebannt zur Erde, die immer kleiner und kleiner wurde und wie die Häuser und Felder nur noch klein, wie auf einem Reisbrett wahrnehmen konnten. Umso grösser war aber der Lärmpegel, der durch den Flugwind, aber vorwiegend durch die Triebwerke verursacht wurde. Die “Haut und das Innenleben” des Flugobjekts wurde zunehmend zum Interesse der Fluggäste und viele Fragen taten sich auf und mussten durch unsere Hostess und uns Erwachsene beantwortet werden. Auch für die BegleiterIn, nicht nur für die Kinder und Jugendlichen aus dem Kinderheim Brugg war der heutige Tag ein grosses Erlebnis! Der neunzig Minuten Flug über das Mittelland, den Jura mit den vielen Seen, Täler der Schweiz war mehr als Eindrücklich zu beobachten. Immer wieder meinten wir zu erkennen, wo wir uns zur Zeit grade befinden. Immer wieder rege Diskussionen über den momentanen Standort, wo wir uns wohl befinden. Die entstandenen Luftlöcher mit dem dazugehörenden Tanz des Flugzeugs, welche die Piloten gut aufzufangen verstanden, wurde mit “lautstarkem und kreischendem Lachen und Kichern” begleitet, die alle Teilnehmer mehr oder weniger wie einen Flug auf einer Rummelplatzbahn wahrnehmen konnten. Immer wieder wurde der Faszination dieses einzigartigen Erlebnisses verbal, wie auch nonverbal Ausdruck verliehen.

Linda unsere Airhostess begleitete während des Fluges sämtliche Kinder und Erwachsene bis ins Cockpit, wo sich alle über die Knöpfe und Schalter, die man heute in einem Jet nicht mehr so wahrnehmen kann, erstaunten. Auch eine eigens mitgebrachte Leiter, die ermöglichen sollte, die Umgebung durch ein Glasauge auszuspionieren und auszukundschaften, konnte erklommen und besichtigt werden.

Nach 45 Minuten Flug drehten die Piloten ab und machten sich auf den Rückflug. Beim Anflug auf die Landebahn war ein weiteres Highlight geplant. Die Piloten hatten mit dem Tower vereinbart, dass sie zu unserem Erstaunen (und den Zuschauer am Boden), den Landeanflug abbrechen und durchstarten werden. Was für ein Erlebnis; beim zweiten Anflug gelang den Piloten eine Bilderbuchlandung, bravo wurde von allen Seiten der Passagiere gemunkelt.

Somit kamen wir pünktlich und mehr als begeistert wieder in Kloten an, wo von allen Seiten (Besucher und Angestellte des Flughafens) die Dakota entsprechend begrüsst und photografiert wurde. Auch für uns und unsere Kinder und Jugendlichen ein einmaliges Erlebnis!

Ein Gruppenphoto vor der Dakota trug zu einem schönen Abschluss des heutigen Ausfluges bei und die Teilnehmer bedanken sich hiermit sehr herzlich beim Sponsoren für den schönen aber auch wilden Ritt mit der Dakota (DC-3). Das Erlebnis wird bei allen Teilnehmer ein Leben lang nicht mehr vergessen werden. Herzlichen Dank für diesen tollen Ausflug.

Christian Messmer, Wohngruppenleiter Wohngruppe Sonne

 

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