17. November 2011

Velolager Schulgruppe Bären

Wie bei der Planung erhofft, fand unser Velolager bei bestem Wetter statt.

Wir sind am Montag den 26. September 2011 in Brugg mit der Bahn gestartet. Der mittägliche Lunch konnte in dem schönen Klosterhof in St. Gallen eingenommen werden. Nach dem Essen wurden wir durch den reichhaltig verzierten Saal der Stiftsbibliothek geführt, der die alte Handbibliothek zeigt. Dort finden sich auch Handschriften, die bis ins 6. Jahrhundert zurückreichen. Besonders eindrücklich war die Sonderausstellung alter Notenschriften und Chorbücher, die in schönsten Farben bildreich illustriert waren und auf bestem Pergament gemalt und geschrieben waren. Die Haut ganzer Schafherden musste herhalten um diese herrlichen Werke entstehen zu lassen.

Danach hatte uns die profane Welt wieder und die Fahrt ging weiter bis St. Margreten, von wo aus wir in die Pedale traten um nach 24 km, mit einem kleinen Grenzübertritt nach Österreich, zur ersten Unterkunft in Rorschach zu gelangen. Abends konnten wir uns an selbstzubereiteten Älplermakronen laben.

Am nächsten Morgen nahmen wir die etwas längere Strecke von 36 Kilometern unter die Pedale. Unterwegs besuchten wir das Saurermuseum in Arbon und hatten das Glück dort einen sachkundigen Mitarbeiter anzutreffen, der uns viel über die einzelnen Fahrzeuge, Maschinen und die Geschichte erzählen konnte. Das Wetter erlaubte es uns nach dem Picknick und einer Pause im Bodensee ein Bad zu nehmen.

Am Nachmittag erreichten wir die Jugendherberge in Kreuzlingen. Sie ist eine grosse Jugendstilvilla in einem wunderschönen Park am Bodensee gelegen. Von dort fuhren wir mit dem Velo nach Konstanz, assen dort eine Pizza, gingen ein wenig durch die Stadt und sahen den Film „Le Havre“ im Kino.

Am Dienstag ging die Veloreise weiter Richtung Schaffhausen, was immerhin 54 km entfernt war. Die grösste Steigung, hinter Stein am Rhein, forderte einiges an Durchhaltevermögen und Kraft der Reisenden. Es bestand etwas Zeitdruck, denn wir wollten uns geduscht zum nächsten Highlight begeben, nämlich einer Führung durch die neuen Hallen für Kunst in Schaffhausen, die nur für uns öffneten. Besonders viel Zeit verbrachten wir bei den Iglus von Mario Merz. 1984 hat Merz in den Hallen für Neue Kunst aus Reisig, Steinen, Glas und Neon eine offene „Landschaft“ mit Häusern (Iglus), Tischen und Licht gebaut. Später wurde die Einrichtung durch neuere Werke erweitert. Versehen mit der Kraft der Mythen und der Poesie ist diese Installation als Sinnbild eines elementaren Orts inzwischen in die Literatur eingegangen.

Durch die Führung wurde eine, bis in den Abend und darüber hinaus währende, Diskussion angeregt über: was ist Kunst, was gefällt, was wirkt und wie wirkt es auf jeden Einzelnen. Nach dem Museumsbesuch gab es als Schmankerl gefüllte Kartoffeln und einen freien Stadtgang. Alle haben selbständig den Weg ins Bett in der wunderschönen, alten Jugendherberge gefunden.

Am Donnerstag fuhren wir wieder 54 km bei immer noch recht gutem Wetter von Schaffhausen nach Rietheim. Unterwegs bewunderten wir den mächtigen Rheinfall und rasteten in Eglisau. In Rietheim bezogen wir auf einem schön gelegenen Hof, nach der Einnahme eines kleinen Apéro, das Quartier im Strohlager. Zum Nachtessen fuhren wir an einen malerischen Ort, um dort Gasflaschen, Kocher und Töpfe aufzustellen und ein schmackhaftes Käsefondue zuzubereiten. Es war ein klarer und ruhiger Abend, der durch das kleine Feuer noch an Stimmung gewann.

Am nächsten Morgen galt es noch die letzten zwei Stunden von Rietheim nach Brugg zurückzulegen.

Alle sind wohlbehalten, gutgenährt und guter Dinge in Brugg oder an ihren Bestimmungsorten angelangt. Es hat auf der ganzen Reise keinen Sturz und keine Panne, ausser einiger Kettenabsprünge, gegeben.

Wolfgang Wendler, Schulgruppe Bären